fallen/legen blog
Чернобыльская
Auf Youtube ist eine beeindruckende und umfangreiche Dokumentation zu Tschernobyl aufgetaucht. Sie beleuchtet ausführlich den Unglückshergang, die vollkommene Überfordung der Regierungen im Osten wie im Westen durch die Situation und die noch immer nahezu unverändert vorhandenen Nachwirkungen. Obwohl seit dem 26. April 1986 fast 25 Jahre vergangen sind, zeigt sie nachdrücklich, dass dieses Unglück keineswegs Vergangenheit ist. Es ist in seinen massiven Nachwirkungen noch immer gegenwärtig und wird es auf hunderttausende Jahre sein.
Uni brannte VI: Protest und Geltung.
53 Tage besetzte Hörsäle in München – der letzte davon liegt fast genau einen Monat zurück, da kommt, endlich!, ein erstes ganz konkretes Zeichen der bayerischen Landespolitik: Die Kürzung des laufenden Zuschusses an die Studentenwerke.
Der versandete Protest: What went wrong? Ein Fazit.
Bitter nötiger Abgesang.
Es gäbe viel kritisches zu sagen über das ge-re-launchte SZ-Magazin, und seine Rubriken – in der jüngsten Ausgabe landete der ex-jetztler Tobias Kniebe aber einen Volltreffer: 50 Zeilen über die Misere namens FDP. Und warum sich diese Partei spätestens jetzt als ärgerlicher Irrationalismus entlarvt hat. Kurz und gut: Mehr gäbe es auch gar nicht zu sagen.
How the news are made…
Did you ever wonder if there actually is some sort of magic cookbook after which all this fancy, shiny and professional newsstuff you get on TV every day is done? Well, wonder no more, because BBC Four’s Charlie Brooker will in an astoningishly investigative piece of news journalism reveal the very secret of professional news journalism to you.
Unibrand im Radio
fallen/legen mal wieder hörbar – diesmal politisch: Im Freien Radio Stuttgart kümmern sich Asja und Jörg, selber Studenten und Protestierende, um das Thema Bildungsstreik. Unter anderem dabei: Unsere Unibrennt-Reihe.
Einschalten und zuhören am 20.1. zwischen 15 und 16 Uhr unter: 99,2 MHz UKW im Raum Stuttgart, oder www.freies-radio.de im Netz.
“Denn Verdrängung ist das oberste Prinzip: Das Asylwesen wird von der Abschiebung her gedacht, der Asylwerber in der öffentlichen Wahrnehmung ausschließlich als (potenziell) krimineller Fremdkörper empfunden, der möglichst auszuscheiden ist.”
In Österreich diskutiert man die Einrichtungen großer “Erstaufnahmezentren” beziehungsweise “Bundesbetreuungseinrichtungen”, beides wohl bloße Euphemismen für “Lager”, für Asylbewerber. Einen informativen Einblick in die Diskussion und deutliche Worte zu ihrer Instrumentalisierung bietet Markus Otti auf farblos: Eberau – Anatomie einer Schweinerei.
Die unentdeckte Seltsamkeit.
…und erst jetzt komme man nicht umhin, sich einzugestehen, daß hier etwas spinnt. Die Zeichen wären deutlich, es sei soweit: Es komme nun eine Seltsamkeit.
In Kopenhagen, Dänemarks schöner Hauptstadt am kleinen Sund, ist vor Weihnachten mal wieder eine Klimakonferenz gescheitert. Zum zweitägigen großen Entsetzen, und der baldigen Rückkehr zur Tagesordnung. Mal ehrlich: Zu unser aller Beruhigung. Große Politik, kleine Gedanken – zu großer Popmusik. Ist doch alles wie zu Hause.
Leistung: Das missverstandene Prinzip. [Teil 2]
Fortsetzung von Dienstag: Warum das, was wir leisten den eigentlichen Sinn menschlicher Arbeit verfehlt.
Mit anderen Worten:
…da schreiben wir ja nun auch schon einige Zeit zum Thema Bildungsstreik – aber anerkennen muss man, wenn jemand die Sache auf den Punkt bringt; neidlos.
Ein beeindruckender Beitrag zum Thema “Unibesetzung” und “auf den Punkt” kam aus völlig unerwarteter Ecke: Im sonst ziemlich bräsigen Veranstaltungsheftchen “inMünchen” schreibt der Schriftsteller Michael Sailer einen “Vorschlag zur Güte”, der so messerscharf zynisch gütlich ist, dass er trotz des Steckenbleibens im Halse eigentlich geschluckt werden muss.
Zum Thema Leistung und Bildung gleichermaßen: Michael Sailer – Ein Vorschlag zur Güte.
Leistung: Das missverstandene Prinzip. [Teil 1]
Es ist eine Konvention: “Leiste was, dann bist du was. Leiste nichts – und du bist raus”. Eine ganze Gesellschaft folgt, hat Angst, schlechte Gewissen und brennt aus. Und hat vergessen: Leistung bekommt erst durch ihr Ziel Sinn.
Content/Inhalt
In der pathosgeladenen Debatte um die “Zukunft der Medien” tauchen zwei Begriffe immer wieder in synonymer Verwendung auf: Content und Inhalt. Ihre Synonyme Verwendung offenbart ein grundlegendes Missverständnis darüber was Texte sind, was Medien leisten und wo ihre Zukunft liegen kann.
Poverty is the new Pink
Amnesty International launched a site to rise awareness for global inequality and poverty. The campaigns claim is “Poverty is modern” and aims at the fact that although we live in very modern times today, we are still haunted by quite archaic problems such as global poverty and inequality.
More info and some impressions after the click.
via nerdcore
Die Welt in der wir leben:
Wenn amerikanische Börsenmakler sich bewaffnen und afrikanische Piraten an die Börse gehen, wo ist dann eigentlich noch der Unterschied?
Mina, rette die schweizer Demokratie!
Mit schöner Regelmässigkeit wird auch in Deutschland die Forderung nach “mehr Demokratie” laut. Mit “mehr Demokratie” ist vor Allem mehr direkte Demokratie in Form von Volksbegehren und -entscheiden gemeint. Dass man auf Grund möglicher Defizite einer repräsentativen Form der Entscheidungsfindung deren direkte Formen nicht idealisieren sollte zeigt aktuell das Beispiel der Schweiz.
Uni brennt V: Der große Traum, die nächsten Schritte.
Die Forderungspapiere sind geschrieben, die Demonstrationen institutionalisiert – das Warten auf spürbare Reaktionen der Politik kann nun Zeit in Anspruch nehmen. Zeit, die Idee hinter der Bewegung auszuformulieren: Die ist nämlich größer, aktueller, gesamtgesellschaftlicher und realistischer als man denkt. Die Fäden zwischen Working-Poor, Manager Burn-Out, Nationaltorwartsdepression und Bologna verbinden sich.
Ein angenehm unangenehmer Holländer…
… ist dieser Rob Savelberg, den Torben auf BlogSprache gerade zu seiner Frage an Angela Merkel bezüglich der Vertrauenswürdigkeit von Bundesfinanzminister Schäuble im Speziellen und dem Potential zur kritischen Nachfrage der deutschen Presse im Allgemeinen interviewt. Und dabei fallen bemerkenswerte Absätze wie der folgende:
“Unfassbar, dass er zur Prime Time im öffentlichen Fernsehen so einfach davon kommt. Frau Illner betreibt Selbstzensur. Hat sie Angst, ihren Job zu verlieren, wenn sie die Politiker mal richtig zur Rede stellt, anstatt höflich zu lächeln im Plauderkränzchenstündchen?”
Staatsbürger/Bürgerstaat?
Um nicht zu viel vorweg zu nehmen, so sieht es aus wenn die Berliner Polizei ein besetztes Haus räumt. Was haltet ihr von diesem Bild? Ist das angemessen? Überzogen? Richtig? Falsch? Hat es einen Aussagegehalt in bezug auf das Verhältnis Staat – Bürger?
via und Bild (cc) spreeblick
INSM? Weissgarnix!
Nicht nur in der Bildung, auch im Gesundheits-, Sozial- und Rentensystem kann nur noch ein Grundsatz gelten, wir müssen: Sparen, sparen, sparen! Sonst wachsen uns die Schulden über den Kopf, oder?
Die klassische und eine alternative Perspektive auf unser Schuldenproblem, nach dem Klick.
Uni brennt IV: Ziele. Groß. Realistisch?
Zwei Wochen sind die deutschen Unibesetzungen nun alt, die guten Nachrichten reißen noch nicht ab: Zehntausende am Dienstag auf der Straße, über 50 deutsche Unis besetzt. Und noch während die Welle rollt, durchlebt die Bewegung ein Altern im Zeitraffer: Schon jetzt müssen Flügelkämpfe absolviert werden. Muss zwischen dem ganz großen Plan und eher konservativem Pragmatismus abgewägt werden. Erhöht die Bundesbildungsministerin das Bafög – und will Hochleistungsstudenten stipendieren.
Living in a Heavy Metal World
Q: “How did you guys decide to start a band, metal-band?”
A: “If you really wanna know the reason, look around, we are living in a heavy metal world.”
The great 2007 documentary Heavy Metal in Baghdad about, you wouldn’t have guessed it, a – or better the only – heavy metal band in the whole of Iraq is now available in feature film length at Youtube. While Iraq disintegrates around them after the US-Invasion four young men try to follow their passion and make heavy metal music.
A great insight in a culture that is not so much different as it might seem at first sight. Ca-lick.
via Nerdcore
Dienstagsfilm – Nord
Jomar träumt nicht, er säuft. Säuft und schluckt Tabletten, damit er nicht mehr träumen muss, damit er sich nicht mehr erinnern muss. An die Zeit als er noch Träume hatte, Träume von Abenteuer und Liebe, Träume die zerplatzt sind, als ihn irgendwann das Gewicht der Welt fast zerdrückt hat. Ein Gewicht das gerade in der skandinavischen Einsamkeit so unheimlich schön und unerträglich drückend erfahrbar wird.
Neue Bekannte (17): Moscow Olympics – Cut The World
Eine besondere Art Verbindung ist jene, die selbstgewählt ist – oder die sich die Verbundenen scheinbar schicksalhaft selbst ausgewählt hat: die Band Moscow Olympics hat nicht nur ein schwedisches Label, sondern soviele Göteborger myspace-Freunde, dass man falsche Schlüsse über ihre Herkunft ziehen könnte. Dabei kommen die Musiker… von den Philippinen.
Schwedenwochen Teil II, Schweden im Geiste: Moscow Olympics’ Cut The World als Sonntags-mp3.
Nach Sibirien schrumpfen.
Im Sommer 2008 waren Fredrik die Paradiesvögel der Bühnen Südschwedens – oder der gesamten Indieszene: Wild und märchenhaft wuchernde Songarabesken, vorgetragen von einer post-modernen fahrenden Musikantensippe. Zum Auftakt der Trilogi-Europatournee schälen sich gerade noch zwei Menschen aus einem Kombi – und die Live-Exotik der Musik ist aus einem mittelalterlichen Sagenbuch in sibirische Eiswüsten weitergewandert.
Fredriks Zwei-Mann-Europapremiere im Erfurter Stadtgarten: Klick.
Schwedenwochen.
In Schweden regnet es gerade. Es ist neblig, kalt und dunkel. Und wahrscheinlich scheitert in diesem Moment sogar die Ystader Polizei bei der Kriminalitätsbekämpfung.
Als Gegenmittel haben wir unsere Schwedenwochen im Angebot: Den ganzen Februar Interviews, Konzertberichte, mp3s und den Klangraum Göteborg: Solen alltid skiner i nättet. Mehr Programm: Hier.
Dienstagsfilm – Cashback
Auch in Cashback träumt ein Junge von Frauen – von nackten Frauen. Zweifelsohne ein perverser Skandal und ein Grund diesen Text weniger als ein Review, denn als eine kleine Erwiderung an jene, die in diesem verträumten Film unbedingt eine machochistischen Porno sehen wollen, zu gestalten.
Nackte! Frauen!, ein bisschen Geschlechterphilosophie und der Trailer nach dem Klick.
Schall und Wahn: Neue Episoden.
Die Tocotronic 10-Tages-Bilanz: 18 Durchläufe. Und einmal auf schillerndem Teppich ganz bei sich sein.
Schall und Wahn und Worte, Kritische Theorie für die Ohren: das Kurzreview.
Neue Bekannte (16): Sykur – Sykur
“All we know about this band called Sykur is that they’re from Reykjavik, their name translates to “sugar”, they’re completely geeked out laptop electronica heads, they come off as terribly young and not so bad looking…“ schrieb der „the culture of me“-blog Ende 2008. Wesentlich weiter ist die Forschung in der Zwischenzeit nicht gekommen.
Die letzten Sonntags-mp3s des Januar: Sykur und Swedish Snowboard Girl von Sykur.
Windhunde – Teil Zwei
Grüß Gott, und den Elektro im Ohr. Erzählungen zwischen Nieder- und Oberbayern, mit Exzess und Extase gegen Tragik und Tristesse. Die zweite große Geschichte:
Dienstagsfilm – Science of Sleep
Orientierungslos und unsicher, es scheinen diese zwei Adjektive zu sein, die viele Männer Anfang 20 am Beginn dieses Jahrtausends passend charakterisieren. Sie treffen ebenso auf Xavier zu, den wir letzte Woche begleitet haben, wie auf Stéphane, der uns diese Woche begegnet. Stéphane den Träumer, der sich nach dem Tod seines Vaters fast total in die kindliche Welt seiner Phantasie zurückgezogen hat und es von dort wohl nie zu Protagonisten in einen Film geschafft hätte, wären da nicht seine Mutter, Frankreich und Stéphanie.
Der Dienstagsfilm – Science of Sleep, mit Text, Bild und Trailer nach dem Klick.
Neue Bekannte (15): Well Done, Jackson Pollock – Untitled #2
Sie sind “sechs, sieben oder neun” an der Zahl, haben im Internet keine Namen, und werfen für die ersten Myspacetracks verdammt weit. Vielleicht sogar schon “groß”, der Wurf. Well done, Well Done, Jackson Pollock. Von der Band wird noch zu hören sein.
Zum Beispiel: in Ausgabe #15 des Sonntags-mp3s. Gleich hier.
Dienstagsfilm – L’Auberge Espagnole
Man muss ja auch nicht immer verlorengehen, auf so einer Reise. Vielleicht, vielleicht ist man anfangs etwas orientierungslos und unsicher auf was man sich da eingelassen hat. Nachdem man sich aber dann auf Land und Leute eingelassen hat läuft im Allgemeinen doch alles turbulent bis glatt, man verliert ein wenig und gewinnt umso mehr. Willkommen auf der größten Reise in Xaviers Leben, willkommen in seinem ERASMUS-Jahr in Barcelona, willkommen in L’Auberge Espagnole.
Neue Bekannte (14): A Perfect Friend – Sail The Soil
Computersounds im Holzgehäuse: A Perfect Friend umarmen kühles Modernes und warmes Menschliches.
Dienstagsfilm – Terminal
Als Bill Murray letzte Woche auf einer Reise nach Japan verloren ging, so bezog sich diese Verlorenheit weniger auf den räumlichen denn vielmehr auf den inneren Aspekt dieser Verlorenheit. Bei aller Midlifecrisis, Einsamkeit und defekter Kommunikation waren er und der Zuschauer sich doch einer Sache klar: woher er kommt und wohin er geht. Aus dem fernen Amerika direkt in die melancholische Kulisse eines Hotels in Tokyo, Japan. Anders Tom Hanks in Steven Spielbergs Terminal, dem auf dem Flug über den Atlantik, buchstäblich das Herkunftsland auf Grund eines Bürgerkrieges abhanden kommt. Ein Umstand die auch die Einreise in sein Zielland, die USA, unmöglich macht. Bis auf weiteres sitzt er also fest in der Exterritorialität des Flughafens und dessen Terminal.
Neue Bekannte (13): The Kleptones – Uptime / Downtime
“The Kleptones understand that recycling musical styles is a pop tradition that’s older than the blues.[1]“
- sprachens und hauen der Welt kurz nach Neujahr ein bombastisches Mashup-Doppelalbum um die Ohren. Umfassender und abgedrehter als auf Uptime/Downtime wurden die letzten 50 Jahre Popgeschichte wohl selten recycelt.
Dienstagsfilm – Lost in Translation
Ewige Tage verlebt auch Bill Murray in Tokio. Einsam in einem fremden Land, locked in through the inability to communicate, nicht nur auf einer sprachlichen sondern auch kulturellen Ebene. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes “Lost in Translation”, stranded in a strange country with a strange culture and language, unsicher und tapsig wie ein junger Hund.
Neue Bekannte (12): Letting Up Despite Great Faults – Our Younger Noise
Wie wir klangen: Die Westküsten-Shoegazer Letting Up Despite Great Faults haben 2009 ein paar der gelungensten Songs ihren Genres abgeliefert. Und den traum-haftesten Song für den ersten Sonntag im Jahr 2010.
Das erste Sonntags-mp3 2010: Our Younger Noise.
Dienstagsfilm – The Limits Of Control
Während unsere Tage länger werden, scheinen sie in The Limits of Control schier ewig. Wie alles ewig scheint in diesem Film, der ganze Film eine einzige, ewige Erwartung. Eine Erwartung auf Kontrolle die nicht erfüllt werden wird. Aber manchmal darf es auch ein bisschen sperrig sein, wenn es dafür interessante Einsichten in die eigenen Sehgewohnheiten und -erwartungen bietet.
Neue Bekannte (11): Tvärvägen – Pingvinvärmen
Schwedisches Schneeglitzern, Klangräume: Tvärvägen und die letzten Stunden Weihnachtsrest dieses Jahres zum Download. Dazu ein wundersames Video.
Kurzlebige Bekannte.
28 Tage + x Weihnachtssongs. Überall. – Wer macht sowas? Und warum? Mit den falschen Gründen kann das jedenfalls nicht klappen.
Dann aber doch: Zwei Positivbeispiele zum Herunterladen: Hier. God Jul.
Dienstagsfilm – Night On Earth
Schwarzer Himmel, weißer Schnee, am Tag erzählt man große Geschichten, nachts zerfällt alles in Episoden. Und besonders in dieser Nacht, in der uns Jim Jarmusch über seine nostalgische Weltkarte schickt. Durch Los Angeles, Paris, Rom, Helsinki und New York, fünf Städte in fünf Episoden nur leicht an der Oberfläche streifend und doch so tiefe Einblicke in das Leben der Taxi fahrenden Protagonisten gewährend.


