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	<title>fallen/legen &#187; blickewinkeln</title>
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		<title>Montags um den Blog wandern</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 20:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[betrachtend]]></category>
		<category><![CDATA[blickewinkeln]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesmal mit wunderschönaberselten, longform und Autoanthropophag - Journalismus, Easy Rider und der Freedom Flotilla. <a href="http://fallen-legen.de/2010/05/montags-um-den-blog-wandern-4/">Mehr Text und Links nach dem Klick.</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lena, wunderschön aber selten, schreibt eigentlich ziemlich häufig, meistens eher persönlich, literarisch,aber manchmal eben auch über, <a href="http://wunder.schoenaberselten.com/?p=4121">Verlagsgejammere und Paid Content</a>:</p>
<blockquote><p>Wenn ihnen außerdem wirklich von allertiefstem Herzen so sehr an einer Zukunft des Qualitätsjournalismus gelegen ist – warum bitte entlassen sie dann ganze Redaktionen? Warum legen sie dann Ressorts zusammen? Und warum legen sie den paar Menschen, die sie in ihrer großen Güte noch für ihre Häuser arbeiten lassen, so interessante Verträge zur Unterzeichnung vor und zahlen so exorbitante Honorare?</p></blockquote>
<p><a href="http://wunder.schoenaberselten.com/?p=4045">oder Journalismus und Zukunft</a></p>
<blockquote><p>Das Internet gibt es nicht erst seit der Redaktionskonferenz heute früh. Und die ersten Aufsätze übers Web 2.0 erschienen vor 6 Jahren. Leute, ihr habt geschlafen. Und jetzt wacht ihr auf und schlagt wild um euch, wettert gegen alles, was jung und kostenlos ist. Doch so einfach ist das leider nicht.</p></blockquote>
<p>Auf <a href="http://longform.org/">longform</a>, einer Plattform die es sich zum Ziel gemacht hat herausragende, ältere Texte auszugraben, findet sich aus traurigem Anlass, RIP Dennis Hopper, ein <a href="http://www.nybooks.com/articles/archives/1970/jan/01/see-america-first/?pagination=false">1970er Review von Easy Rider</a>:</p>
<blockquote><p>The current generation of bohemians and radicals hasn’t decided whether to love or hate America. On a superficial level, the dominant theme has been hate—for the wealth and greed and racism and complacency, the destruction of the land, the bullshit rhetoric of democracy [...] but love is there too, perhaps all the more influential for being largely unadmitted. There is the old left strain of love for the “real” America, the Woody Guthrie-Pete Seeger America of workers-farmers-hoboes, the open road, this-land-is-your-land.</p></blockquote>
<p>Und aus noch wesentlich traurigerem aktuellen Anlass ein Hinweis auf <a href="http://hanniballektor.wordpress.com/">Auto-Anthropophag</a> und ihre Berichterstattung zur <a href="http://hanniballektor.wordpress.com/2010/05/31/blutiges-ende-der-freedom-flotilla/">&#8220;Freedom Flotilla&#8221;</a> die heute von israelischen Spezialeinheiten geentert wurde:</p>
<blockquote><p>Nun ist es also doch geschehen: Nach einem Reuters-Bericht hat die israelische Marine in der Nacht die Schiffe der „Freedom Flotilla“, die Hilfsgüter in den Gaza-Streifen transportieren wollte, eingekreist und geentert. Dabei kamen mindestens 10 Menschen, nach israelischen TV-Berichten sogar bis zu 19, ums Leben und es gab eine bisher unbekannte Zahl von Verletzten. Die Türkei reagierte bereits sehr scharf und fordert eine UN-Sondersitzung und auch aus Europa kommen kritische Stimmen, die ihre Bestürzung ausdrücken und eine Untersuchung fordern.</p></blockquote>
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		<title>Zur Lage der Generation</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 01:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Naumann</dc:creator>
				<category><![CDATA[betrachtend]]></category>
		<category><![CDATA[blickewinkeln]]></category>

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		<description><![CDATA[Die dänische Zeitung Information findet: Der große Aufruhr ist nur ein Mythos – Kinder hätten schließlich schon immer das getan, was ihre Eltern vorlebten. Sternstunden des Umbruchs gäbe es, wenn überhaupt, nur in ökonomischen Boom-Zeiten... 

<em>...und macht damit keine große Hoffnung auf bessere Zukünfte. Oder doch? <a href="http://fallen-legen.de/2010/05/zur-lage-der-generation">Warum es anders wird...</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Manchmal scheint es, als lebe die ganze kulturelle und mediale Welt Europas in einem Einheitsbrei: Wenn zwischen Tromsö und Brindisi beim Abendessen Two and Half Men kalauern, und die Yellow Press zwischen Lissabon und Wladiwostok immergleiche Säue mit anderen Namen durch das Dorf treibt. Und manchmal erhellt ein Blick in ein fremdes Feuilleton: Das dänische Blatt </em><a href="http://information.dk">Information</a><em> hat eine Beilage mit dem Titel </em>„<a href="http://information.dk/modernetider">Moderne Tider</a>“<em>, Moderne Zeiten &#8211; und fragt sich dort, ganz philosophisch, Woche für Woche wie sich unser Ist konstutiert. In den Maiwochen dreht sich viel um die Jugend. Vielleicht also: Uns. Und die Frage, was wir anders machen als unsere Vorgänger. Oder: Ob wir überhaupt etwas tun.</em></p>
<p>Die dänische Titelzeile provoziert: &#8220;<em>Farvel till oprøret</em>&#8221; steht dort, Auf Wiedersehen Aufstand. Und darunter sitzen zwei Sprößlinge einer erfolgreichen Familie, die exakt die gleichen Berufe wie ihre Eltern ergriffen haben: Skandinavistik-Professor, Parlamentsabgeordnete. Die sagen: Es ist nichts falsches daran, das Gleiche zu tun, wie die eigenen Vorfahren. Alles andere sei: Mythos.</p>
<p>Das ist zunächst nichts anderes als eine singuläre Meinungsäußerung. Und man mag den Geschwistern Auken glauben oder nicht, dass sie in den Fußstapfen ihrer Eltern alles anders machen wollen. Womöglich dem Universitätsdozenten mehr, als der Abgeordneten, die in die gleiche Partei wie ihre Mutter eintrat. Aber: Eine Menge Zusatzinformation ist beigefügt. Bedenkenswert vor allem zwei Studien. Denen zufolge gilt zum einen: Denken und  Lebensentwürfe werden vererbt, was klappt wird beibehalten. Änderung kommt nur von außen. Und damit, glasklar: Unsere Generation nutzt ihre Möglichkeiten nicht.</p>
<p><strong>Eine Generation von Bankangestellten?</strong></p>
<p>Morten Smistrup ist Soziologe und so etwas wie Dänemarks „Landesstudienberater“ &#8211; er hat die Biografien und Identitäten dänischer Banker untersucht, und festgestellt: Die meisten von ihnen haben Vorbilder in der Familie. Sie treffen eine bewusste Wahl für eine funktionierende und bewährte Identität. Mehr als für eine Ausbildung oder einen Beruf. Daneben stellt <em>Information</em> unverbindlich eine weitere These: Der Ausbruch aus dem Milieu der Eltern ist eine historische, mehr denn eine persönliche Bewegung.</p>
<p>So sagt Johannes Andersen, ein Gesellschaftswissenschaftler der Universität Aalborg, die Umwälzungen der 68er hätten nicht auf einem neuen Mut oder Aufklärungsstufe der Protagonisten, sondern auf einer <em>Änderung der Wirtschaftsverhältnisse</em> beruht: Fabrik- und Landarbeiter wurden nicht länger benötigt, stattdessen verlangte die Wirtschaft nach Dienstleistungsangestellten. Erst der gewachsene Wohlstand macht(e) einen Bruch mit dem Leben der Eltern möglich und überhaupt denkbar. Vielleicht erzwang er ihn.</p>
<p>Im Umkehrschluss wird ein Phänomen unserer Gegenwart sehr plausibel: Das Rudern einer Generation der potenziell Überzähligen eines Arbeitsmarktes (also: aller) nach Lebensläufen und Qualifikationen. Wer würde wagen, das Ist in Frage zu stellen, wenn die perfekte Einfügung in die Kreisläufe als einzige Überlebensmöglichkeit <em>scheint –</em> und gleichzeitig die bekannten Lebensentwürfe als Rettungsanker noch zu funktionieren scheinen, sind sie denn erstmal erreicht? Gerade angesichts von Wirtschaftskrisen <em>könnte</em> sich also die historische Phase der unkritischen Banklebenslaufbiographienreproduktion noch verschärfen. Auch wenn sich die Lage im System immer weiter zuspitzt.</p>
<p><strong>Bleibt alles wie es ist?</strong></p>
<p>Hinzu kommt eine Beobachtung, die die Schreiber von Information genauso wie jeder deutsche Uni-Studienberater machen: Wir (und gerade die ersten Bachelor) haben alle Möglichkeiten. Bis hin zu abstrus spezialisierten Sonderstudiengängen. Und laufen sehr oft angstgelähmt und mit Scheuklappen hindurch. Da sei einerseits die neue erzieherische Freiheit der Post-68er und ihrer Kinder. Und andererseits die große Angst, es allen Recht machen zu müssen: Selbst-Verantwortung als zähmendes Motiv. Düstere Aussichten. Farväl Oprør. Keine Kraft zur Änderung. Und es läuft ja?</p>
<p><em>Gleichwohl – und das klingt bestenfalls in Nebensätzen des Features durch:</em> Wenn das zweite Jahrzehnt unseres Jahrhunderts etwas nicht ist: Dann ist es das Ende des historischen Prozesses. <em>Ähnlich wie Produktions-Arbeitsplätze in den 60ern sind heute viele Dienstleistungsberufe Auslaufmodelle.</em> Nur: Uns fehlt die ökonomische Sicherheit und Ruhe, einfach etwas anderes zu probieren. Und die klare Alternativperspektive. Die Zukunft liegt nicht im nächst&#8217;höheren&#8217; Sektor: Sondern in der Selbstorganisation des eigenen Lebens.</p>
<p><strong>Der Tellerrand als Feind des Konservativismus</strong></p>
<p>Früher oder später wird klar werden: Die Lebensweisen und Ideen unserer Eltern werden uns nicht über die Zeit retten. Sei es wegen der Selbst-Tot-Rationalisierung der Wirtschaft, ihrer Krisen, der Globalisierung oder des Klimawandels: Völlig egal. Irgendwann werden die allermeisten überflüssig sein, oder Sklaven der Erhaltung des Lebensentwurfs ihrer Eltern: &#8220;Geringfügig, befristet, raus&#8221;. Oder in der Lage sich selbst eine Aufgabe zu geben.</p>
<p>Wenn der Aufruhr also immer nur ein Mythos war – dann ist es jetzt Zeit für ein wenig Realität. Vielleicht nicht gegen die Leben unserer Eltern, sondern gegen den Entwurf, den eine ganze Gesellschaft (vielleicht noch nicht so lange, aber schon sehr überzeugend) tradiert: Das Leben als Erwerbsbiographie.</p>
<p>Auto-Nomie ist die <em>Selbst</em>wahl eines <em>Zieles</em>: Und ohne sie wird das Mitglied der arbeitsrationalisierten Gesellschaft nicht überleben können. Das wird der nächste Aufruhr, er wird mit Zwang kommen, und größer sein als die vorherigen, denn er liefert seine Alternativen nicht mit. Diesmal müssen wir selbst aussuchen. Prost Mahlzeit. Aber schön, dass wir zumindest <em>zu Hause</em> etwas Verantwortung gelernt haben. Auch wenn das für die Universitäten nicht mehr gilt.</p>
<p>Für beide, Individuum und Institution wird aber gelten: Wer früher begreift, wird weniger leiden: <em>Choose your life. Not your biography.</em></p>
<p><em>Link: <a href="http://www.information.dk/233123">für alle des dänischen Mächtigen: &#8220;det store oprör er ny myte&#8221; @ information.dk</a></em></p>
<p><em>Titelfoto: Screenshot von information.dk</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die dänische Zeitung <em>Information</em> findet: Der große Aufruhr ist nur ein Mythos – Kinder hätten schließlich schon immer das getan, was ihre Eltern vorlebten. Sternstunden des Umbruchs gäbe es, wenn überhaupt, nur in ökonomischen Boom-Zeiten&#8230;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und macht damit keine große Hoffnung auf bessere Zukünfte. Oder doch?</p>
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		<title>Montags um den Blog wandern</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 21:23:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[anderstagesschauen]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtend]]></category>
		<category><![CDATA[blickewinkeln]]></category>

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		<description><![CDATA[Featuring den Don, Weissgarnix und Auto-Anthropophag. Mit Berichten zu Klientelpolitik, Kommentaren über Kommentare und Ewig-Gestrigen in München. <a href="http://fallen-legen.de/2010/05/montags-um-den-blog-wandern/">Klack.</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Don Alphonso entführt seine bessere Gesellschaft von der Mille Miglia auf einen kleinen Umweg durch das <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2010/05/09/die-europaeische-krise-in-san-giminiano.aspx">idyllische San Gimignano und zieht ganz nebenbei eine wunderschöne Parallele zwischen der Klientelpolitik der Renaissance und der Moderne</a>:</p>
<blockquote><p>Man konnte sich innerhalb der Mauern, von Turm zu Turm natürlich weiterhin die Schädel einschlagen, und wenn es nicht mehr mit den modernen, teuren Waffen ging, konnte man auch Steine, Kochtöpfe, Sonntagsreden der Kanzlerin, und was sonst noch schwer und stumpf war, benutzen.</p></blockquote>
<p>Die ZEIT kommentiert die Wahl in NRW und <a href="http://www.weissgarnix.de/2010/05/10/wer-philosoph-ist-bestimmen-wir/">Weissgarnix kommentiert wie die ZEIT die Wahl in NRW kommentiert</a>:</p>
<blockquote><p>“Am Ende allerdings war es dann doch kein richtiger Wahlsieg. Weshalb sich Kraft nicht aus falschem Machtstreben einer Großen Koalition verweigern sollte.”</p>
<p>Ja – so klingt das gleich viel besser. Also, nur damit Ihr das jetzt richtig versteht: Sie hat zwar gewonnen, aber nicht richtig. Klar soweit? Sie könnte sich das Wahlergebnis schon ans eigene Revers heften und jetzt mal einen neuen Kurs einfordern, aber andererseits doch nicht: Weil sie kann nur Große Koalition. Ich der Ludwig Greven schreib das doch. In der ZEIT. Also geht das nicht anders, also kann sie nicht anders.</p></blockquote>
<p>Und <a href=" http://hanniballektor.wordpress.com/2010/05/10/haut-ab-haut-ab-haut-ab/">Frank Benedikt fängt auf Auto-Anthropophag </a>ein was die brave Münchner Bürgerin oder der brave Münchner Bürger so über das Häuflein Ewig-Gestriger denkt die am Wochenende mit Fackeln durch München marschieren wollten:</p>
<blockquote><p>„Jetzt müssten sie bald kommen.“ „Ja, müssten sie, aber die Nazis können ja nicht mal pünktlich sein!“  // „Ist das alles?“ „Ja, das ist ein armseliger Haufen. Man könnte fast Mitleid haben, wenn die das selber kennen würden.“ // „Mit dem Häuflein hätten die den Zweiten Weltkrieg bereits am 2. September 1939 verloren!“</p></blockquote>
<p>Diese frische, klare Luft, wunderbar.</p>
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