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	<title>fallen/legen &#187; anderstagesschauen</title>
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		<title>Montags um den Ball tanzen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 17:29:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[anderstagesschauen]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://fallen-legen.de/2010/06/montags-um-den-ball-tanzen/" />Featuring diesmal: Fussball - kann man lieben, wie die Messieurs Valin &#038; Inishmore, oder hassen, wie der Don. Klick. </a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pünktlich zur WM mal eine Ladung Fussballlinks, dann hätten wir das auch schon mal angefeiert. Wen die inneren Reichsparteitage der öffentlich-rechtlichen Phrasendrescher langweilen, der kommt in den Weiten dieses Internetz voll und ganz auf seine Kosten, sei es bei <del datetime="2010-06-15T17:17:56+00:00">fooligan</del> <a href="http://www.spreeblick.com">Spreeblick</a> Frédéric Valin:</p>
<blockquote><p>Bei den Italienern ist es so: Sie können zwar, müssen aber meistens nicht. Italien hat kaum hervorhebenswerte Stärken, sie können (fast) alles. Es ist eine komplette, eine ausgeglichene Mannschaft. In ihren guten Spielen spielen sie nicht ihre Tugenden, ihre Begabungen aus: sondern sie decken schonungslos die Schwächen des Widersachers auf. Und sei diese Schwäche die Schwester des gegnerischen Spielmachers. <a href="http://www.spreeblick.com/2010/06/14/italien-paraguay-11/#more-32880">[Italien-Paraguay]</a></p></blockquote>
<p>oder dem <a href="http://iniwmblog.wordpress.com/">unfassbar <del datetime="2010-06-15T21:28:05+00:00">inkompetenten</del> kompetenzfreien WM-Blog</a>:</p>
<blockquote><p>Hasenzähnchen spielt nicht mit! Wer nach Ronaldinho Ausschau hält, dürfte enttäuscht werden, denn er wurde nicht nominiert. Damit nimmt er eine ähnliche Entwicklung wie der Spieler mit dem bekanntlich höchsten Trikotspannkraftauslastungswert bei der WM 2006, Ronaldo. Immerhin darf der kleine Racker in einem kleinen Geläuf beim AC Mailand seine Gnadenkarotte fressen und wird ab und an von Silvio Berlusconi mit handwarmen 500-Euro-Scheinen massiert. [<a href="http://iniwmblog.wordpress.com/2010/06/15/brasilien-nordkorea/">Brasilien-Nordkorea</a>]</p></blockquote>
<p>Wer aber mit Fussball so gar nichts anfangen kann, dem sei das zu jeder Lebenslage passende, liebevolle Granteln des <a href="http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1648254/">Herrn Alphonso</a> empfohlen:</p>
<blockquote><p>Irgendwo weiss ich, dass das Pack auch Menschen sind, und ab und an auch was anderes macht, als vom Dudeldreck einfach weiter zum Ballabschaum zu kriechen. Aber wenn ich einem Auswurf von einem Tröter oder Huper sein Gerät durch den Dickdarm hämmerte, hiesse das noch lange nicht, dass ich mich anderweitig auf meine Dantelektüre berufen könnte.</p></blockquote>
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		<title>Montags um den Blog wandern</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 23:49:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[anderstagesschauen]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://fallen-legen.de/2010/06/montags-um-den-blog-wandern-5/ ">Mit dem Spiegelfechter, dem lawblog und dispora - dem Vorfall vor Palästina, einer Open-Source-Facebookalternative und der fast schon rituellen Einschränkung weiterer Bürgerrechte.</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2832/tote-einen-turken-und-dann-ruh-dich-aus">Uri Avnery fühlt sich auf spiegelfechter an den &#8216;Exodus&#8217;-Vorfall erinnert</a>, denn bereits vor über 60 Jahren erstürmten Soldaten vor der Küste Palestinas ein Schiff: Die &#8220;Exodus 1947&#8243;, ein Schiff mit Holocaustüberlebenden an Bord, welche auf dem Weg nach Palestina eine britische Seeblockade durchbrechen wollten:</p>
<blockquote><p>Da gibt es natürlich große Unterschiede. Damals waren die Passagiere Holocaustüberlebende, dieses Mal waren es Friedensaktivisten aus aller Welt. Aber damals wie heute sah die Welt, wie schwer bewaffnete Soldaten unbewaffnete Passagiere brutal angriffen, die mit allem, was sie in die Hände bekommen konnten – mit Stöcken und bloßen Händen – sich wehrten. Damals wie jetzt ereignete es sich auf hoher See – damals 40 km von der Küste entfernt, jetzt 65 km. </p></blockquote>
<p><a href="http://www.joindiaspora.com/project.html">Die Jungs von diaspora programmieren eine dezentrale Open-Source-Alternative zur Datenkrake facebook</a>:</p>
<blockquote><p>We are 140-character ideas. We are the pictures of your cat. We are blog posts about the economy. We are the collective knowledge that is Wikipedia. The internet is a canvas – of which, we paint broad and fine strokes of our lives with. It is a forward extension of our physical lives; a meta-self comprised of ones and zeros. We are all that is digital: If we weren’t, the internet wouldn’t either.</p></blockquote>
<p>Und <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/06/06/eine-schublade-fur-jeden-von-uns/">Udo Vetter vom law blog weist dezent darauf hin, dass der große Bruder gerade legale Realität geworden ist</a>:</p>
<blockquote><p>Der Bundesrat winkte die Verordnung durch – zu groß dürfte die Sorge gewesen sein, das Public Viewing könne zum Bürgerkrieg mutieren. Ob den Verantwortlichen aber wirklich klar war, was sie verabschiedet haben? Ich bezweifle es. Es geht nämlich keineswegs nur darum, die bereits bekannten Dateien (Gewalttäter Sport, Gewalttäter links und rechts, Anti-Terror-Datei) zu legalisieren. Vielmehr ist die die Regelung (PDF) ein Blankoscheck für die Einrichtung von Dateien zu praktisch jeder Thematik. Es gibt künftig eine Schublade für jeden von uns. </p></blockquote>
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		<title>Die Anfänge der Weltwirtschaftkrise 1857-1859 2007-2015</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jun 2010 16:01:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[anderstagesschauen]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtend]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine kleine Retrospektive auf die absolut unvorhersehbare und überraschende Wirtschaftskrise, welche den Euroraum gerade ganz besonders beutelt. Mit besten Grüßen von den Kollegen aus dem Historicum.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter" src="http://www.fallen-legen.de/_fl2/wp-content/uploads/2010/06/G_Finanzkrise_1.jpg" alt="" /><br />
<em>Bankrun auf die &#8220;Seamen&#8217;s Savings&#8217; Bank&#8221; während der Krise von 1857. Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:1857_panic.jpeg&amp;filetimestamp=20081024095248">wikipedia </a>, anonymer Künstler, Veröffentlichung 31. Oktober 1857, gemeinfrei</em></p>
<p>Wir schreiben das Jahr <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">1857</del> 2007, an den Börsen herrscht Goldgräberstimmung, die Wirtschaft in <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">Übersee</del> weltweit wächst mit schier unglaublichen Raten. Täglich tun sich neue Investitionsmöglichkeiten für das in mächtigen Strömen auf den Markt drängende Kapital auf. Vor allem in den USA wird massiv auf immer weiter steigende Kurse bei <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">Land und Eisenbahnaktien</del> Immobilenpreise gesetzt –ein Spiel, bei dem sich auch <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">britische</del> europäische Banken und Investoren im großen Stil beteiligen.<br />
Das kommende Desaster kündigt sich nur leise an. Und so kommt niemand auf die Idee, bereits bei stagnierenden oder leicht fallenden Kursen von einer Krise zu sprechen, man ist die Jahre zuvor schließlich kräftig gewachsen, wie soll da ein wenig Stagnation gleich eine Krise auslösen. Dann folgt der Donnerschlag: Die angesehene Bank <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">Ohio Life Insurance and Trust Company</del> Lehman Brothers, die extrem auf Wachstum gesetzt hat ist plötzlich zahlungsunfähig. Panik greift um sich und in New York geraten immer mehr Banken in Schwierigkeiten. Das macht sich auch auf der anderen Seite des Atlantiks bemerkbar. In Großbritannien brechen die ersten Firmen zusammen, während besorgte Kunden die Schalter der  <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">Western Bank of Scotland</del> Northern Rock stürmen. Um einem Liquiditätsengpass vorzubeugen, wirft die <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">Bank of England</del> Europäische Zentral Bank ungedeckte Geldnoten auf den Markt. Die Aktienmärkte fallen ins Bodenlose – egal ob in <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">Paris, Wien oder Stockholm</del> London, Frankfurt oder Moskau. Besonders hart trifft es die ehemaligen Börsenlieblinge, so fällt innerhalb kurzer Zeit der Aktienkurs der <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">Eisenbahngesellschaft Michigan-Southern von 87$ auf 17$ </del>Großbank JP Morgan von 53$ auf 15$. Auch <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">Hamburg</del> Deutschland ist schwer betroffen, der Außenhandel bricht in Jahresfrist um <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">26%</del> 28% ein. Große Kreditinstitute stehen vor der Pleite, das Vertrauen der Märkte ist gestört, Kredite sind nicht zu bekommen. Bald setzt eine, bisweilen sehr polemisch geführte, Diskussion über Staatshilfen ein. Massiv fordern diejenigen, die zuvor <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">an spekulativen Krediten verdient haben</del> nur das Beste für den gemeinen Sparer wollten, ein Eingreifen <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">der Stadt</del> des Staates. <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">Diese</del> Dieser reagiert schließlich und stützt trotz massiver Proteste die sogenannten <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">„Eckhäuser“</del> „systemrelevanten Unternehmen“.<br />
Zwar beruhigten sich die Märkte nach diesen Maßnahmen langsam, allerdings <span style="text-decoration: line-through;">geriet </span><del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00"><span style="text-decoration: line-through;">d</span>ie amerikanische Regierung</del> gerieten einige Regierungen der Eurozone auf Grund der massiven Belastungen zur Stützung dieser  <del datetime="2010-06-02T13:40:09+00:00">„Eckhäuser“ </del>„systemrelevanten Unternehmen“ selbst in Zahlungsschwierigkeiten&#8230;</p>
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		<title>Message in a Bottle</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 22:01:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[anderstagesschauen]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtend]]></category>

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		<description><![CDATA[When life gives you oil spills, make molotovs.

(by <a href="http://www.flickr.com/photos/priestart/4597447789/">Priest</a>, via <a href="http://www.nerdcore.de/wp/2010/05/12/when-life-gives-you-oil-spills%e2%80%a6/">nerdcore</a>)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.fallen-legen.de/_fl2/wp-content/uploads/2010/05/I_OilMolotovs_1.jpg" alt="" /></p>
<p>When life gives you oil spills, make molotovs.</p>
<p>(by <a href="http://www.flickr.com/photos/priestart/4597447789/">Priest</a>, via <a href="http://www.nerdcore.de/wp/2010/05/12/when-life-gives-you-oil-spills%e2%80%a6/">nerdcore</a>)</p>
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		<title>Montags um den Blog wandern</title>
		<link>http://fallen-legen.de/2010/05/montags-um-den-blog-wandern/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 21:23:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[anderstagesschauen]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtend]]></category>
		<category><![CDATA[blickewinkeln]]></category>

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		<description><![CDATA[Featuring den Don, Weissgarnix und Auto-Anthropophag. Mit Berichten zu Klientelpolitik, Kommentaren über Kommentare und Ewig-Gestrigen in München. <a href="http://fallen-legen.de/2010/05/montags-um-den-blog-wandern/">Klack.</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Don Alphonso entführt seine bessere Gesellschaft von der Mille Miglia auf einen kleinen Umweg durch das <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2010/05/09/die-europaeische-krise-in-san-giminiano.aspx">idyllische San Gimignano und zieht ganz nebenbei eine wunderschöne Parallele zwischen der Klientelpolitik der Renaissance und der Moderne</a>:</p>
<blockquote><p>Man konnte sich innerhalb der Mauern, von Turm zu Turm natürlich weiterhin die Schädel einschlagen, und wenn es nicht mehr mit den modernen, teuren Waffen ging, konnte man auch Steine, Kochtöpfe, Sonntagsreden der Kanzlerin, und was sonst noch schwer und stumpf war, benutzen.</p></blockquote>
<p>Die ZEIT kommentiert die Wahl in NRW und <a href="http://www.weissgarnix.de/2010/05/10/wer-philosoph-ist-bestimmen-wir/">Weissgarnix kommentiert wie die ZEIT die Wahl in NRW kommentiert</a>:</p>
<blockquote><p>“Am Ende allerdings war es dann doch kein richtiger Wahlsieg. Weshalb sich Kraft nicht aus falschem Machtstreben einer Großen Koalition verweigern sollte.”</p>
<p>Ja – so klingt das gleich viel besser. Also, nur damit Ihr das jetzt richtig versteht: Sie hat zwar gewonnen, aber nicht richtig. Klar soweit? Sie könnte sich das Wahlergebnis schon ans eigene Revers heften und jetzt mal einen neuen Kurs einfordern, aber andererseits doch nicht: Weil sie kann nur Große Koalition. Ich der Ludwig Greven schreib das doch. In der ZEIT. Also geht das nicht anders, also kann sie nicht anders.</p></blockquote>
<p>Und <a href=" http://hanniballektor.wordpress.com/2010/05/10/haut-ab-haut-ab-haut-ab/">Frank Benedikt fängt auf Auto-Anthropophag </a>ein was die brave Münchner Bürgerin oder der brave Münchner Bürger so über das Häuflein Ewig-Gestriger denkt die am Wochenende mit Fackeln durch München marschieren wollten:</p>
<blockquote><p>„Jetzt müssten sie bald kommen.“ „Ja, müssten sie, aber die Nazis können ja nicht mal pünktlich sein!“  // „Ist das alles?“ „Ja, das ist ein armseliger Haufen. Man könnte fast Mitleid haben, wenn die das selber kennen würden.“ // „Mit dem Häuflein hätten die den Zweiten Weltkrieg bereits am 2. September 1939 verloren!“</p></blockquote>
<p>Diese frische, klare Luft, wunderbar.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ungesundes Gefälle.</title>
		<link>http://fallen-legen.de/2010/03/ungesundes-gefaelle/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 00:10:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Naumann</dc:creator>
				<category><![CDATA[anderstagesschauen]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtend]]></category>
		<category><![CDATA[anderstageschauen]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Mehr Angst, weniger Krankenschwestern: Gibt es in einer Gesellschaft zu große Wohlstandsunterschiede, dann geht es allen schlechter. <a href="http://fallen-legen.de/2010/03/ungesundes-gefaelle/">Kate Pickett und Richard Wilkinson bringen die Zahlen zu einem alten linken Bauchgefühl</a>.</em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eines ist Guido Westerwelle nicht abzusprechen</em>: Eine Art &#8220;Vision&#8221; hat er zurückgebracht in den sonst gar so pragmatisch an Symptomen herumwurstelnden Politikbetrieb -  Und das Bild, dass dem deutschen Oberwirtschaftsliberalen vor Augen steht ist ein klares: Wer etwas leistet, der soll haben und behalten &#8211; wer weniger &#8220;leistet&#8221;, muss sich mit wenig oder nichts begnügen.</p>
<p><em>Es ist die anstrengendste aller Welten, die er uns da malt</em>: Wer stark und clever genug ist, sich selbst zu ver-markt-en, der darf die Währung unserer materiellen und gesellschaftlichen Hierarchien einstreichen und behalten. Wer zu schwach ist, <a href="http://fallen-legen.de/2009/12/leistung-das-missverstandene-prinzip/">oder auch nur nicht clever genug den lukrativen Weg zu wählen</a>, der muss sich mit weniger begnügen. Es ist ein ständiges und etwas sinnvergessenes Rudern und Ackern &#8211; und der Fall der Erschöpften ist tief&#8230; das muss so sein, damit die Spitze weit oben sein kann. Denn Westerwelles Klientel sind diejenigen, die sich für stark und agil halten: Ellbogige Gipfelstürmer.</p>
<p>Ein schweißtreibendes Gebirgspanorama ist das. Und die britischen &#8220;Sozialepidemologen&#8221; Kate Pickett und Richard Wilkinson haben dem Bauchgrummeln der Nicht-Liberalisten nun ein Diagnoseblatt mit empirischen Ziffern verpasst: Je ungleicher eine Gesellschaft ist, desto mehr greift das Unglück um sich. Mehr Morde gibt es in ungleichen Gesellschaften, mehr Teenager-Schwangerschaften, weniger Bildung, mehr Fettleibigkeit&#8230; und sogar die relativ gesehen Reichen leben in gleichen Gesellschaften länger, als die Reichen der zerklüfteteren sozialen Gefüge.</p>
<p>Die Erklärung der beiden Wissenschaftler ist einfach: Sind die unteren 20 Prozent einer Gesellschaft sehr viel ärmer als die reichsten 20, dann ist das Rennen für die Armen aussichtslos, Frust und Verzweiflung sind die Folge &#8211; während die reicheren Schichten in Angst vor dem gesellschaftlichen Abstieg leben. Entscheidend ist da vielleicht nicht einmal die absolute Geldmenge: In den Industriegesellschaften macht Geld nicht glücklicher, auch das stellten Pickett und Wilkinson fest. Aber: Es ist der Maßstab für gesellschaftlichen Respekt. Je stärker die Armen ausgeschlossen sind, umso schlimmer scheint ihr Status und Schicksal &#8211; für die, die es sind, und für die, die ihren privilegierten Status halten müssen.</p>
<p><em>Und dann sind da noch andere Wirkungen:</em> Dort, wo auch weniger privilegierte Berufsgruppen vollwertig leben können, da steigt die lebensplanerische Fantasie: Jugendliche in Nordeuropa wollen oft auch Schreiner oder Krankenschwester werden, stellten die Wissenschaftler fest &#8211; in den USA gedeihen lediglich die Träume von dem Leben als Popstar, Sportler und Jurist. Blüht da eine besonders schöne Form von <em>Freiheit</em>, im Schreckenstal der <em>Liberalen</em>, der nivellierten Gesellschaft?</p>
<p>Ganz erschreckend einfach scheint die Rechnung: Wenn Geld und die Angst vor seinem Mangel nicht mehr der bestimmende Faktor jedes Tagwerkes ist, dann können sich andere Ziele, Werte und Pläne entfalten &#8211; wenn es jeder hat, bestimmt es nicht mehr die Hierarchie. Auch gesellschaftlich wertvolle Tätigkeiten erhalten einen anderen Wert, wenn ihre Ausübung nicht mit dem Stigma des Festsitzens in der Unterschicht behaftet ist. &#8211; Dann lohnt sich Leistung auch, wenn sie nicht Spitzenrendite bringt.</p>
<p><em>Die Zahlen der Studie sind nicht gefälscht,</em> sie stammen aus Quellen der UNO, der nationalen Regierungen und der Weltbank, und Zusammenhänge der Mord- und Bildungsraten mit kulturellen Faktoren haben die Autoren ausgeschlossen &#8211; also endlich die medizinische Bescheinigung für die psychosomatischen Schmerzen der linken Tabu-Hüter.</p>
<p>Und vielleicht schärft sich das Traumgebirge des Guido W. noch ein wenig mehr: Mit den Rolltreppen, die von den schwindelnden Höhen abwärts führen, und nur im Zwei-Stufen-Sprung nach immer mehr Groschen überwunden werden können. Und den sanften Hügeln der Gleichmacherei, auf der jeder seine Decke ausbreitet, wo es ihm gerade gefällt &#8211; vielleicht nicht mit kilometerweitem Ausblick, aber ohne Angst vor dem Schluchtensturz.</p>
<p><em><strong>Weiterlesen:</strong> <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=hi&amp;dig=2010%2F03%2F13%2Fa0019&amp;cHash=05b1ff9494">z.B. bei der taz</a> &#8211; oder im <a href="http://www.zweitausendeins.de/suche/?q=Wilkinson%20%26%20Pickett">Buch Picketts/Wilkinsons</a>.  &#8211; Auch wenn der deutsche Untertitel (&#8220;</em><em>warum gerechte Gesellschaften besser sind&#8221;) mit dem Wort &#8220;Gerechtigkeit&#8221; ein wenig problematisch scheint. Denn was gut ist, muss noch nicht gerecht sein &#8211; und auch wenn es das wäre: Ist das nochmal eine andere Diskussion.</em></p>
<p><em><strong>Titelfoto:</strong> &#8220;13%&#8221; von <a href="http://www.flickr.com/photos/exil-fischkopp/">Ernie|Bert</a> (via flickr)</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Medaillen: zum Ruhme des Systems.</title>
		<link>http://fallen-legen.de/2010/02/medaillen-zum-ruhme-des-systems/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 16:14:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Naumann</dc:creator>
				<category><![CDATA[anderstagesschauen]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtend]]></category>
		<category><![CDATA[anderstageschauen]]></category>

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		<description><![CDATA[Jahrzehntelang haben die Blockgegner mit riesigem Aufwand olympische Sieger produziert: zum Ruhme des Systems. Das tut Deutschland immer noch. Mit dem Blick auf den Medaillenspiegel: <a href="http://fallen-legen.de/2010/02/medaillen-zum-ruhme-des-systems">A grand don't come for free</a>. Und das Geld dazu sicher nicht aus Idealismus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Parallele liegt auf der Hand, Deutschland und: China, Russland, die alte DDR, oder die USA auf dem Höhepunkt des Systemkampfes. Das klingt nach einem bösen Vorwurf, aber: Will unser Land nicht unbedingt den Medaillenspiegel der Olympischen Spiele anführen &#8211; und wieviel Geld zahlt es dafür?</p>
<p>Sportjournalist und Grimme-Preis-Träger Jens Weinreich hat die Zahlen <a href="http://jensweinreich.de/2010/01/27/sportforderung-des-bundes-im-jahr-2010/">in seinem Blog gepostet</a>: Allein das Bundesinnenministerium gibt im Jahr etwa 135 Millionen Euro für Sportförderung aus, davon mindestens 80 Millionen für Spitzensport. Und noch gar nicht eingerechnet ist da der Apparat, der die schnellsten Assoziationen z.B. zum Sowjetsport erbringt: Die Sportsoldaten, die in Dienst von Bundeswehr und Bundespolizei Dienst an der Waffe üben, aber in der Hauptsache trainieren und gefördert werden, zum Ruhme der Bundesrepublik Deutschland. Gerade Wintersportler sind hier stark vertreten. Auch das eine interessante Parallele: Während Deutschland Spitzensport militärisch organisiert, lehnen andere Länder, etwa Schweden, lehnen eine hierarchische Bevormundung von Sportlern ab. Dort erstellt man seine Trainingspläne selbst. &#8211; Es ist alles nicht so selbstverständlich wie man denkt.</p>
<p>Zurück zum Finanziellen: Auch Landesförderungen sind in der Finanzübersicht noch nicht eingerechnet. Große Beträge kommen da zusammen &#8211; gerade wenn man bedenkt, dass derzeit Städte in Finanznot reihenweise wegen kleinen Millionenbeträgen Theater, öffentliche Sportstätten und Kultur- und Sozialprogramme streichen müssen. Von Debatten um Medikamentenzuschüsse für Hartz IV-Empfänger ganz zu schweigen.</p>
<p><em>Früher</em> diente der Aufwand der &#8220;Promotion&#8221; eines politischen Systems. Das immerhin liegt im deutschen Falle nicht mehr so klar auf der Hand. So scheint es. Aber unter dem Strich und ohne zu große Verschwörungstheorien zu bemühen: Man darf davon ausgehen, dass Geld nicht aus Idealismus und gutem Willen ausgegeben wird. Ein politisches Ziel wird es schon brauchen. 20 Jahre nach dem Mauerfall ist es freilich nicht mehr gegen konkurrierende Blöcke gerichtet: Aber siegreiche Sportler sind mit Sicherheit ein Aushängeschild für den Wirtschaftsstandort. Das Volk ist permanent unterhalten. Und nichts ist ideologiefrei &#8211; permanent oben auf: Der Wettkampf- und Konkurrenzgedanke. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.</p>
<p>Keine Lanze gegen Ablenkung und einen spannenden Wettbewerb. Die Nation vereint vor dem Fernseher &#8211; das ist auf eine Weise auch etwas Schönes: Geteilte Momente. Ebenso wie die Geschichten von dem bunten, internationalen Fest der Olympischen Spiele. Auch wenn jede Geschichte von den tapfer kämpfenden Ausseitern von den Bahamas oder aus Afrika eine Selbstversicherung der eigenen Überlegenheit ist&#8230; Aber ohne Spielverderber sein zu müssen: Braucht Sport und Zusammenkunft die großen Beträge, den elitären Anspruch &#8211; warum muss Deutschland mit viel Geld Gewinner produzieren?</p>
<p>Und ist das bunte internationale Treffen Olympia nicht längst vor allem ein Event für Gutbetuchte, für Unternehmen und ihre Geschäftspartner? Sport ist &#8211; auch im Jahre 2010 &#8211; Mittel zum Zweck. Ein verdammt teures.</p>
<p><em>Einendes Spektakel und Inspiration für große Leistungen &#8211; oder Propaganda und Geldverschwendung. Wie ist eure Meinung?</em></p>
<p><em>Foto:</em> Deutsche Mannschaft bei der Eröffnungsfeier Vancouver 2010. Von <a href="http://www.flickr.com/photos/subactive/">subactive photo</a> (via flickr)</p>
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		<title>Чернобыльская</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 22:37:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[anderstagesschauen]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtend]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf Youtube ist eine beeindruckende und umfangreiche Dokumentation zu Tschernobyl aufgetaucht.  Sie beleuchtet ausführlich den Unglückshergang, die vollkommene Überfordung der Regierungen im Osten wie im Westen durch die Situation und die noch immer nahezu unverändert vorhandenen Nachwirkungen. Obwohl seit dem 26. April 1986 fast 25 Jahre vergangen sind, zeigt sie nachdrücklich, dass dieses Unglück  keineswegs Vergangenheit ist. Es ist in seinen massiven Nachwirkungen noch immer gegenwärtig und wird es auf hunderttausende Jahre sein.

<a href="http://fallen-legen.de/2010/02/чернобыльская/">Die ersten drei Teile nach dem Klick, der Rest auf Youtube.</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Youtube ist eine beeindruckende und umfangreiche Dokumentation zu Tschernobyl aufgetaucht.  Sie beleuchtet ausführlich den Unglückshergang, die vollkommene Überfordung der Regierungen im Osten wie im Westen durch die Situation und die noch immer nahezu unverändert vorhandenen Nachwirkungen. Obwohl seit dem 26. April 1986 fast 25 Jahre vergangen sind, zeigt sie nachdrücklich, dass dieses Unglück  keineswegs Vergangenheit ist. Es ist in seinen massiven Nachwirkungen noch immer gegenwärtig und wird es auf hunderttausende Jahre sein.</p>
<p>Die ersten drei Teile hier, der Rest auf Youtube.</p>
<p><a href="http://fallen-legen.de/2010/02/%d1%87%d0%b5%d1%80%d0%bd%d0%be%d0%b1%d1%8b%d0%bb%d1%8c%d1%81%d0%ba%d0%b0%d1%8f/"><em>Um das Video zu sehen bitte klicken.</em></a></p>
<p><a href="http://fallen-legen.de/2010/02/%d1%87%d0%b5%d1%80%d0%bd%d0%be%d0%b1%d1%8b%d0%bb%d1%8c%d1%81%d0%ba%d0%b0%d1%8f/"><em>Um das Video zu sehen bitte klicken.</em></a></p>
<p><a href="http://fallen-legen.de/2010/02/%d1%87%d0%b5%d1%80%d0%bd%d0%be%d0%b1%d1%8b%d0%bb%d1%8c%d1%81%d0%ba%d0%b0%d1%8f/"><em>Um das Video zu sehen bitte klicken.</em></a></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/results?search_type=search_playlists&amp;search_query=Die+Wahre+Geschichte+von+Tschernobyl&amp;uni=1" />Mehr auf Youtube.</a></p>
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		<title>Uni brannte VI: Protest und Geltung.</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 08:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Naumann</dc:creator>
				<category><![CDATA[anderstagesschauen]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtend]]></category>
		<category><![CDATA[anderstageschauen]]></category>

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		<description><![CDATA[53 Tage besetzte Hörsäle in München – der letzte davon liegt fast genau einen Monat zurück, da kommt, endlich!, ein erstes ganz konkretes Zeichen der bayerischen Landespolitik: Die Kürzung des laufenden Zuschusses an die Studentenwerke.

<em>Der versandete Protest: What went wrong? <a href="http://fallen-legen.de/2010/02/uni-brannte-vi-protest-und-geltung">Ein Fazit</a>.</em>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><em>53 Tage besetzte Hörsäle in München – der letzte davon liegt fast genau einen Monat zurück, da kommt, endlich!, ein erstes ganz konkretes Zeichen der bayerischen Landespolitik: Die Kürzung des laufenden Zuschusses an die Studentenwerke um 2,36 Millionen, oder, eine eindrucksvolle Zahl, 35%.</em></p>
<p>Ein Beschluss mit mehreren Bedeutungsdimensionen: Verständlich, angesichts der Finanzmisere, gleichzeitig aber auch völlig überproportioniert; wo sonst wird ein Drittel des Etats gestrichen. Und unverkennbar ist die Parallele zu den Studiengebühren: Mit – gemessen am Gesamtgeldumschlag – Kleckerbeträgen werden die Schwächeren im Hochschulwesen hart getroffen. Vor allem aber ein beinahe höhnischer Zug: So großen Respekt vor der Partizipation und den Argumenten der Protestierenden gibt es, dass sie offensichtlich ganz nach oben in der Streichliste gerückt sind. Und während die Studentenvertretungen immer noch mit ergebnislosen Gesprächen um größere Selbstbestimmung beschäftigt werden, dürfen die Studentenwerke schon einmal das „Stehen auf eigenen Beinen“ üben. Immerhin finanziell &#8220;unabhängig&#8221;. Ganz unbürokratisch.</p>
<p>Ein ernüchterndes Ergebnis all des Engagements – tatsächlich hat die Politik die ganze Aktion ausgesessen. So gründlich, dass man sich sogar traut große Mengen neuen Zündstoffs zu liefern. Das sollte zum Kontrageben anregen. Zum Beispiel mit der <a href="http://studiereninbayern.de" target="_blank">laufenden bayernweiten Petition</a>. Und zum Analysieren. <em>Der versandete Protest: What went wrong? Ein Fazit.</em></p>
<p><strong>Die Strategie.</strong></p>
<p>&#8230;gerade hier wurde es oft thematisiert: In den Bildungsprotesten steckte viel an Inhalt. <a href="http://fallen-legen.de/2009/11/ziele-gross-realistisch/">An unterschiedliche Zielen</a>: Vom Studiengebührenabschaffungs-Pragmatismus bis zur völlig berechtigten Kritik an der stumm irrlichternden und kaum hinterfragten Zielsetzung der Politik: Funktionalisierung statt Menschenbildung. Die Verknüpfung, im Idealfall die „Allianz“ der Thesen ist nicht verkehrt – sie vergrößert die angesprochene Gruppe, und bietet gegenseitige Denkanstöße.</p>
<p>Schwierig wird die sinnvolle Unterfütterung mit Idealen aber, wenn pragmatische Verhandlungen beginnen: Politprofis kleineren (Uni-Präsidenten) und unmerklich größeren (Landesregierungen) Zuschnitts bieten den kleinstmöglichen Konsens an, und verlangen im Gegenzug die Herausgabe des einzigen Druckmittels der Protestierenden: Die Aufgabe des uniinternen Protests also. Das kommt – natürlich – der Aufgabe des einen Ziels zugunsten des anderen gleich. Und wiegt umso schwerer, als es eben um die äußerliche Aufgabe von Idealen geht. Ein Dilemma – das vorhersehbarerweise spaltet, in die Fraktionen „Spatz in der Hand“ und „Taube auf dem Dach“, eine Einschwörung auf ein größeres Ziel schlug offensichtlich fehl.</p>
<p><strong>Der Hebel.</strong></p>
<p>Diese Spaltung ist so lange problematisch, wie Teilgeständnisse nicht möglich waren. Schon aus der Theorie haben protestierende Studenten nur eine Einflussmöglichkeit auf die Sphäre der Politik: Das Drohen mit Wählerstimmen. Angesichts des (relativ) kleinen Gewichts der eigenen Gruppe funktioniert das nur über mediale Öffentlichkeit. Und die wurde durchweg einzig und allein über die symbolträchtigen Besetzungen der Audimax&#8217;en generiert.</p>
<p>Geradezu unglaublich schlüssig schien daher der Versuch der Münchner Schüler und Studenten ein (durchaus brauchbares, aber eben nur Teilforderungen befriedigendes) Angebot der Unileitung mit einer <em>Reduktion</em> des Protests zu beantworten. Allein: Das mindert die Radikalität des Protests und damit die mediale Attraktivität – und ist zugleich bitter nötig, um die Pragmatiker des Aktion zufriedenzustellen, den inneren Protestfrieden zu wahren.</p>
<p>Man hätte etwas anderes anbieten können, oder aber in der Hinterhand haben müssen. Netzwerke, andere öffentliche Protestformen. Die zu formieren wurde versucht, aber nicht geschafft. Am Ende stand man mit dem <em>einen</em> Hebel auf verlorenem Posten. Sowohl eine Aufgabe als auch ein Weiterführen dieses einzigen Mittels war nicht möglich.</p>
<p><strong>Die Spaltung.</strong></p>
<p>In jenem Moment, in dem pragmatische (Mindest-)Zugeständnisse angeboten wurde, teilte sich also das Interesse der Protestierenden: Die einen hatten ihr Ziel erreicht, die anderen nur einen Teilerfolg, der ein Weitermachen verlangt. Oft wurde in den Foren und Artikeln bemängelt, die Ziele der Besetzungen hätten sich radikalisiert – ein doppelt nicht zutreffender Vorwurf: Weder waren die Ziele wirklich radikal (Stichwort „humanistisches Bildungsideal“), noch waren sie verschärft worden. <em>Offenbar</em> wurde lediglich, dass es tatsächlich um mehr gehen sollte, als die Freipressung kleiner Zugeständnisse: Es zeigte sich, dass einige sich eben mit dem Mehrfordern, das jetzt so prominent wurde, nicht identifizierten, es aber einfach abgetan hatten.</p>
<p><strong>Der Verschleiß.</strong></p>
<p>Mit dem Versuch des Kompromisses waren dann alle unzufrieden – die Gruppe dünnte sich aus. Gleichzeitig zeigte sich ein Grundsatzproblem: Während Vollzeitpolitiker die Versuche der Protestgruppe recht komfortabel unter geringem Mehraufwand verfolgen konnten, zumal sich die Verantwortung auf unzählige Schultern von Uni-Leitung bis Europarat verteilte, verschmälerte sich die Energie der Protestierenden nicht nur durch Spaltung, sondern auch noch durch Kräfteverschleiß. Tag und Nacht für ein fernes Ziel zu arbeiten zehrt an Energien, psychisch und physisch. Der gute Monat, der in München unter Hochdruck besetzt wurde, war schon eine lange Zeit. Im Prinzip war die Ersinnung von für Teilnehmer und Medien attraktiven (und kraftschonenden) Alternativformen vom ersten Tag an ein Wettlauf gegen die Zeit. Zumal auch das mediale Interesse naturgemäß schwindet. &#8211; Die Politik hat verdammt gute Gründe auf ein Aussitzen zu setzen: Das Herantragen von Missständen an mehrere Adressaten kostet so viel mehr Energie, als das Ignorieren der Proteste.</p>
<p><strong>Das Ende.</strong></p>
<p>Über Weihnachten lief der Großteil der deutschen und österreichischen Unibesetzungen aus. Teils im Stillen, teils mit Polizeiunterstützung. Das Ergebnis war denkbar überschaubar: Eine Bachelor-Konferenz, die Ankündigung einer Bafög-Erhöhung; in Bamberg (immerhin) <a href="http://www.merkur-online.de/nachrichten/bayern/bamberger-reduziert-studiengebuehren-569254.html">wurden die Studiengebühren gesenkt</a>.</p>
<p>Die letzten Eindrücke der Protestierenden aber waren: Erschöpfung, dünner werdende Reihen, Abwendung der Medien, teils (wie in München) Rücknahme von Angeboten. Nicht, dass nichts erreicht worden wäre – deutlich war aber das Gefühl, nun wirklich persönlich wie als Aktion an (einem) Ende angelangt zu sein. Vielleicht regenerieren sich die Kräfte. Vielleicht werden dann die Netzwerke, Lektionen und Erfahrungen (aber auch die Wut) des Herbst-Protests Gold wert sein. Bis dahin aber hat die Politik das beste Zeitfenster noch ein paar Kahlschläge anzusetzen – <em>strategisch sinnvolle Entschlüsse in bayerischen Ministerien. Wer hätte es gedacht</em>.</p>
<p><em>Foto: Theresa Resa / unibrennt</em></p>
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		<title>Bitter nötiger Abgesang.</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 09:12:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Naumann</dc:creator>
				<category><![CDATA[anderstagesschauen]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtend]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gäbe viel kritisches zu sagen über das ge-re-launchte SZ-Magazin, und seine Rubriken - in der jüngsten Ausgabe landete der ex-jetztler Tobias Kniebe aber einen Volltreffer: <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/32488">50 Zeilen über die Misere namens FDP</a>. Und warum sich diese Partei spätestens jetzt als ärgerlicher Irrationalismus entlarvt hat. Kurz und gut: Mehr gäbe es auch gar nicht zu sagen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viel kritisches zu sagen über das ge-relaunchte SZ-Magazin, und seine Rubriken &#8211; in der jüngsten Ausgabe landete der ex-jetztler Tobias Kniebe einen Volltreffer: <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/32488">50 Zeilen über die Misere namens FDP</a>. Und warum sich diese Partei spätestens jetzt als ärgerlicher Irrationalismus entlarvt hat. Kurz und gut: Mehr gäbe es auch gar nicht zu sagen.</p>
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