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Dienstagsfilm – Vicky, Christina, Barcelona

von Mario Wimmer

Dienstagsfilm – Wir stellen euch an dieser Stelle jeden Montag einen besonderen Film vor. Einen Film von dem wir denken, dass er euch während eines gemütlichen DVD-Abends begeistern könnte.

In Vicky, Christina, Barcelona beweist Woody Allen elegant, dass das Spiel mit Stereotypen nicht zwangsläufig in zweidimensionalen Verflachungen münden muss. Dabei hat sein Schablonenkabinett alles nach was der ARD-Fernsehfilm oder der Pro7-Blockbuster verlangt: Einen exzentrischen Maler und Don Juan, zwei amerikanische Touristinnen auf Europareise, wunderbar schwarz/weiß – die Eine bereits verlobt und mit der Freundin auf dem letzten Freigang vor der Ehe, die Andere Single und durchaus abenteuerlustig – die natürlich extrem temperamentvolle und eifersüchtige Ex des Malers und die Bilderbuchkulisse Nord- und Ostspaniens. Aber nicht auf die Schablonen kommt es an, auf die muss wohl jeder Film der Lebensgeschichten auf 90 Minuten reduzieren will zurückgreifen, sondern darauf mit wem man diese füllt – klasse, Scarlett Johansson (Cristina), Penélope Cruz (Maria Elena), Rebecca Hall (Vicky) und der höchst wandlungsfähige Javier Bardem (Juan Antonio Gonzalo) -, wie man sie arrangiert und mit welcher Gewalt man sie aufeinander prallen lässt.

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Woody Allen liefert mit der Geschichte um Vicky, Christina, Barcelona eine toll inszenierte, emotional geladene Drei- bis Vierecksgeschichte vor der sonnigen Kulisse Spaniens – genau der richtige Film wenn es hier zum ersten Mal kalt und regnerisch wird.

Vicky, Christina, Barcelona | Woody Allen | Scarlett Johansson, Penélope Cruz, Rebecca Hall, Javier Bardem | 2008 | Mediapro | imdb, Wikipedia

Bild: Concorde Filmverleih

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