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“Und dann so den Griechen machen…”

von Florian Naumann

…am Ende sitzen sie sich gegenüber, unter der Funzel im Backstage-Bereich des Endpilot-Festivals: Philipp und Hannes von Ter Haar, und Kenneth und Marcus von Scraps of Tape. Um ein Post-Rock-Quartett haben sie gerade gegeneinander gespielt; die Youngster aus Berlin auf ihrer Tour zum Debüt-Album und die alten Hasen aus Malmö, seit 2001 auf europäischen Bühnen zwischen Zagreb und Oslo unterwegs…

…Post-Rock-”Youngster” und -”Alte Hasen” hätte ich geschrieben – wenn sich die vier Herren nicht spätestens bei der Frage nach den Vorzügen ihres Genres  in erkenntnishafter Verbundenheit einig geworden wären. Aber da war Ter Haars Ärger über den Interview-Termin während des Auftritts von Aucan eh schon verflogen.

Post-Rock jedenfalls, das gibt es gar nicht mehr: “Manchmal, zum Warmwerden spielen wir einen richtigen Post-Rock-Song… nur um die Einflüsse loszuwerden”, erzählt Hannes – “Wie Explosions in the Sky zu spielen ist so einfach, so den Griechen an der Gitarre zu machen…” – der Gedanke an sphärischen Sirtaki, und die auf Tonabnehmerhöhe fiddelnde Hand lässt die Kombatanten von eben und die restliche Belegschaft der Scraps Tape, die mit belustigter Aufmerksamkeit auf den Sofas lümmelnd das Gespräch verfolgt, in eine weitere Runde freundschaftliches Gelächter ausbrechen.

“Nein, aber uns geht’s da ganz genauso!”, meint Kenneth: “‘Post-Rock’  kann doch soviel mehr sein.” “Und in ein paar Jahren ist das wie mit Emo, da gibt es eine Post-Rock-Band wie Tokyo Hotel und alle sagen: Post-Rock? Das machen die, aber ich doch nicht!”, orakelt Marcus und hebt die Stimmung noch ein wenig weiter. Den Witz beiseite: Die Energie sei das beste an ihrer eigenen Musik, meint Ter Haars Philipp – “mmmh… die Dynamiken” erklärt Marcus für Scraps of Tape. Sich weiter entwickeln, “mal was elektronisches”, das Ziel: Auch darauf können sich wieder alle einigen. – Auch wenn man sich nicht unter dem gleichen Genre-Hut sieht. “Post-Rock, das Label klebt auf so vielem. Aber klar, dass man das irgendwie nennen muss.”

Was das Beste daran sei, gerade ein Debüt-Album veröffentlicht zu haben, frage ich in Richtung Ter Haar – “Frisch und aufregend zu sein”; “Konzerte spielen zu können!” – “und daran drei Alben zu haben ist das beste alt und langweilig zu sein”, lacht Kenneth – “dafür habt ihr genug Songs um Zugaben zu spielen!”; Doppelpass Berlin-Malmö.

Das Beste an diesem Abend?: “Having met you guys!”, ruft Hannes in die Runde der Malmöer Kollegen. Zwei Tage später gab es dann: Ein Wiedersehen genreungebundener Musikverwandter in Berlin. Die verbindende Wirkung des Andersseins – Gentlemen, it was pleasure to put up the connection!

Das Quartett-Duell:

Das Interview zum Anhören:

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Ter Haar: http://www.myspace.com/terhaar
Scraps Of Tape: http://www.myspace.com/scrapsoftape

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